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TCV‘s: Tibetische Kinderdörfer

„Wenn man sich vorstellt, dass eine Mutter ihr fünf, sechs Jahre altes Kind weit wegschickt und es für lange Zeit, ja vielleicht nie mehr wieder sieht – das ist nicht leicht zu verstehen. Es ist ein Opfer. Aber ein Opfer der Liebe. Es ist keine Zurückweisung von Seiten der Eltern. Es heißt nicht, dass diese Mütter ihre Kinder nicht lieben. Ich denke, sie tun es, weil sie ihre Kinder so sehr lieben und das Beste für sie wollen.“

Jetsün Pema, die jüngere Schwester des Dalai Lama, auch “Mutter Tibets“ genannt.

Als 1960 die ersten traumatisierten und erschöpften Kinder über den Himalaja nach Indien kamen, musste schnell etwas getan werden. Der Dalai Lama betraute damals seine ältere Schwester Tsering Dolma Thakla mit der Aufgabe, einen Lebensraum für die geflohenen Kinder seiner Heimat zu schaffen. Und so wurde in den Ausläufern des Himalaja Nordindiens der Grundstein für das erste tibetische Kinderdorf gelegt: Das Tibetan Children‘s Village von Dharamsala („Upper TCV“).

Dreizehn Tibetische Kinderdörfer gibt es mittlerweile in Indien, von denen die großen zwischen tausend und zweitausendfünfhundert Kinder und Jugendliche beherbergen. Hier leben Kinder, die aus Tibet geflohen sind, mittlerweile aber auch Kinder und Enkelkinder von ehemaligen Flüchtlingen, die selber als Kinder nach Indien kamen.

Die Tibetan Children‘s Villages werden zu großen Teilen vom Hermann Gmeiner Fonds (SOS) getragen und sind ähnlich den SOS-Kinderdörfern strukturiert. Der Unterschied zu einem deutschen Kinderdorf besteht darin, dass eine tibetische Hausmutter bis zu fünfunddreißig Kinder betreut. Trotz der hohen Anzahl an Kindern pro Haus funktioniert das Zusammenleben in einem tibetischen Kinderdorf sehr gut. Früh lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen. Die Älteren kümmern sich um die Kleinen und um die Neuankömmlinge aus Tibet.

Ein gut strukturierter Tagesablauf und die Regeln ihres Zusammenlebens stützen die Kinder und Jugendlichen auch in ihrem seelischen Wachstum. Um dem Anliegen ihrer Eltern in Tibet gerecht zu werden, die sie für eine bessere Zukunft ins Exil schickten, bekommen die Kinder des Exils eine fundierte Schulausbildung. Der Abschluss nach der Klasse 12 entspricht weitgehend dem deutschen Abitur.

Der Besuch in einem tibetischen Kinderdorf ist immer ein Erlebnis: Obwohl viele Kinder ein traumatisches Fluchterlebnis hinter sich haben und ihre Familien in Tibet sehr vermissen, herrscht hier immer eine betriebsame, fröhliche Stimmung. Mit kleinen Mitteln wird hier Großes geleistet.

Hilfe zum Erhalt und Weiterausbau der Tibetischen Kinderdörfer, sowie die Vermittlung von Patenschaften für Kinder und Jugendliche ist eines der Anliegen von Shelter108 e.V.

Weitere Informationen, z.B. über die Geschichte der tibetischen Kinderdörfer, den Tagesablauf in einem Kinderdorf oder tibetische Namen finden Sie in unserem PDF-Download: > Infotext - Die tibetischen Kinderdörfer in Indien

Mit dem folgenden Link gelangen Sie direkt auf die Internetseite der Tibetan Children‘s Villages. Diese Seite steht nur in englischer Sprache zur Verfügung: Tibetan Children‘s Villages